Design & Video
Color Correction
Color Correction (Farbkorrektur) bezeichnet den Prozess, bei dem die Farben und die Belichtung eines Videos technisch korrigiert werden, damit das Material natürlich und einheitlich aussieht. Über- oder unterbelichtete Aufnahmen, Farbstiche und Unterschiede zwischen Clips werden ausgeglichen. Die Farbkorrektur ist die Grundlage, auf der das kreative Color Grading aufbaut.
Was ist Color Correction?
Color Correction (Farbkorrektur) ist der technische Schritt in der Postproduktion, bei dem du Farben und Belichtung eines Videos so anpasst, dass das Material natürlich und einheitlich wirkt. Direkt aus der Kamera sehen Aufnahmen oft flau aus, haben einen Farbstich oder unterscheiden sich von Clip zu Clip, weil sich Licht und Kameraeinstellungen am Set ändern.
Bei der Farbkorrektur gleichst du diese Unterschiede aus: Du stellst einen sauberen Schwarz- und Weißpunkt ein, korrigierst die Belichtung und neutralisierst Farbstiche. Das Ziel ist ein technisch korrektes, glaubwürdiges Bild als Basis. Erst danach folgt das kreative Color Grading, das dem Material seinen eigentlichen Look gibt.
Wie funktioniert die Farbkorrektur Schritt für Schritt?
Die Farbkorrektur läuft in einer festen Reihenfolge ab, damit du sauber aufeinander aufbaust. Du arbeitest dich von der Helligkeit über die Neutralität bis zur Angleichung der Clips vor.
- Belichtung: Schwarz- und Weißpunkt setzen, sodass das Bild den vollen Tonwertumfang nutzt, ohne auszufressen oder abzusaufen.
- Weißabgleich: Weiß wirklich neutral machen, damit das Bild weder zu warm (orange) noch zu kalt (blau) kippt.
- Farbstiche entfernen: Ungewollte Tönungen in Mitten und Schatten ausgleichen, oft über die Kurven oder das Farbrad.
- Shot Matching: Alle Clips einer Szene aneinander angleichen, damit Schnitte nicht durch Farb- oder Helligkeitssprünge auffallen.
Werkzeuge dafür sind vor allem Scopes (Waveform, Vectorscope) statt des bloßen Augenmaßes.
Was ist der Unterschied zwischen Color Correction und Color Grading?
Color Correction korrigiert technisch, Color Grading gestaltet kreativ. Die Farbkorrektur sorgt zuerst dafür, dass jeder Clip neutral, richtig belichtet und untereinander konsistent ist. Sie ist die Pflicht und folgt objektiven Maßstäben: Hauttöne stimmen, Weiß ist neutral, nichts ist über- oder unterbelichtet.
Das Color Grading baut darauf auf und legt eine Stimmung über das Bild, etwa warme Goldtöne oder einen kühlen, kontrastreichen Look. In der Praxis trennst du beide Schritte sauber, weil ein Grading auf unkorrigiertem Material selten überzeugt. In Programmen wie DaVinci Resolve erledigst du beide Schritte im selben Node-Baum, nur in getrennten Arbeitsstufen.
Häufige Fragen
- Brauche ich für Color Correction teure Software?
- Nein. DaVinci Resolve bietet professionelle Farbkorrektur in einer kostenlosen Version, die für die meisten Projekte ausreicht. Auch Schnittprogramme wie Premiere Pro oder Final Cut bringen brauchbare Werkzeuge mit. Wichtiger als der Preis sind Scopes und ein farbecht kalibrierter Monitor.
- Warum sollte ich nicht einfach nach Augenmaß korrigieren?
- Dein Auge passt sich ständig an Umgebungslicht und Bildinhalt an und täuscht dich. Scopes wie Waveform und Vectorscope zeigen Belichtung und Farbverteilung objektiv an. So erkennst du Farbstiche und falsche Hauttöne zuverlässig, auch wenn dein Monitor nicht perfekt kalibriert ist.
- Sollte ich in Log oder Raw filmen, um besser korrigieren zu können?
- Wenn deine Kamera es erlaubt, ja. Ein Log-Profil oder Raw bewahrt mehr Informationen in Lichtern und Schatten und gibt dir bei der Farbkorrektur deutlich mehr Spielraum. Das Material sieht zunächst flau aus, lässt sich aber sauberer korrigieren und anschließend gestalten.
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